Die Hüftprothese

Ist das Hüftgelenk unumkehrbar geschädigt, besteht die Möglichkeit das natürliche Gelenk durch ein künstliches Hüftgelenk zu ersetzen. Es gibt viele verschiedene Namen für das künstliche Hüftgelenk, man spricht von Hüftprothese, Hüftendoprothese oder Hüftgelenks-totalendoprothese (im Krankenhausalltag oft kurz als Hüft-TEP bezeichnet).

Das künstliche Hüftgelenk ist dem menschlichen Hüftgelenk in seinem Aufbau nach- empfunden. Das normale Hüftgelenk ist ein Kugelgelenk und besteht aus einem Kopf und einer Pfanne. Die Gelenkpfanne wird vom Beckenknochen gebildet und Acetabulum ge- nannt. Der kugelförmige Gelenkkopf wird vom Oberschenkelknochen gebildet und sitzt auf dem sogenannten Schenkelhals wie eine Kugel auf einem Stiel. Der Gelenkkopf ruht in der Gelenk- pfanne und wird von ihr weitgehend umschlossen, was die Stabilität erhöht.  Bei einer Hüfttotal- endoprothese werden alle drei knöchernen Komponenten, also die Gelenkpfanne, der Gelenkkopf und der Schenkelhals ersetzt, man spricht hier medizinisch von „implantieren“ (einpflanzen). In manchen Fällen reicht eine Hemiprothese aus, dann werden nur der Gelenkkopf und der Schenkelhals durch ein Implantat ersetzt, die natürliche Beckenpfanne wird belassen.  Auf den genauen Ablauf der Implantation und die verschiedenen Varianten der Prothesen und Befestigungen wird an späterer Stelle noch eingegangen.

Häufigkeit

Der Einsatz von künstlichen Hüftgelenksprothesen ist eine der häufigsten und erfolgreichsten orthopädischen Operationen überhaupt. Jährlich werden in Deutschland ca. 200 000 solcher Eingriffe durchgeführt, in den letzten Jahren mit steigender Tendenz. Dadurch ist die Hüftge- lenksimplantation  mittlerweile zu einem „Routineeingriff“ in den meisten Krankenhäusern geworden. Dank der guten Ergebnisse wird inzwischen auch bei immer jüngeren Patienten die Empfehlung zur Operation ausgesprochen.