Tendinosis calcarea

Die Erkrankung Tendinosus Calcarea ist im Volksmund auch unter dem Begriff "Kalkschulter" bekannt.

Diese Bezeichnung ist leider etwas irreführend, da nicht das Schultergelenk selbst betroffen ist. Die Übersetzung des medizinischen Fachausdrucks zeigt es besser: Tendinosis calcarea bedeutet verkalkte Sehne. Meist ist die Supraspinatussehne (siehe dafür hier Seite 174) betroffen, da sie oft der größten Belastung ausgesetzt ist. Aber auch andere Sehnen der Rotatorenmanschette können betroffen sein. Unter Rotatorenmanschette versteht man eine Gruppe von vier Muskeln mit ihren jeweiligen Sehnen, die das Schultergelenk umgeben und maßgeblich für seine Stabilität sorgen. Durch sie kann der Arm seitlich vom Körper abgespreizt werden oder nach innen und außen rotiert werden. Sehnengewebe ist im Gegensatz zu Muskelgewebe nicht sehr gut mit Gefäßen versorgt. Durch Minderdurchblutung kann es zu Kalkablagerungen kommen. Treten zusätzlich Entzündungszeichen auf, spricht man von einer Tendinitis calcarea.

Die überwiegende Zahl von Kalkherden in den Sehnen machen keine oder nur wenige Beschwerden. Sie werden per Zufallsbefund z.B. bei einer Röntgenaufnahme der Brust aus anderen Gründen entdeckt und bedürfen keiner Therapie. Auf der anderen Seite gibt es nicht wenige Patienten, die wegen Schulterschmerzen einen Arzt aufsuchen, bei denen dann eine Tendinosus calcarea diagnostiziert wird (siehe Diagnose). Wenn andere Behandlungen nicht fruchten, kann der Schmerz so ausgeprägt sein, dass die Kalkherde operativ entfernt werden müssen.